Wenn die Welt plötzlich grau ist, der Alltag eine Bürde, das Leben eine Last.
Wenn die Gedanken um die eine Person kreisen, die wir nicht haben können.
Dann haben wir Liebeskummer.

Wenn die Welt plötzlich grau ist, der Alltag eine Bürde, das Leben eine Last. Wenn die Gedanken um die eine Person kreisen, die wir nicht haben können. Dann haben wir Liebeskummer. Dieser Zustand ist einer Depression ähnlicher als wir wahrhaben wollen. Wir sind antriebslos, vergraben uns und glauben, dass nichts je wieder einen Sinn machen wird.

Was ist das?
Wenn ein Verlust uns nichts Schönes mehr sehen lässt?

Lieder, Bücher und Filme beschäftigen sich mit diesem Thema. „Liebeskummer lohnt sich nicht“ heißt es in einem alten Schlagertext und ob er sich lohnt oder nicht, darüber gibt es jede Menge wissenschaftliche Abhandlungen.
Sicher ist, dass es sich nicht angenehm anfühlt und dass die meisten von uns so schnell wie möglich wieder aus diesem Kummer heraus kommen wollen. Natürlich gibt es auch die, die gerne in ihrer Trauer schwelgen. Es verschafft ihnen so manche Entschuldigung, nicht das tun zu müssen, was sie nicht tun wollen, oder sich vor Dingen zu drücken, die unangenehm sind. In diesem Fall lohnt sich der Liebeskummer natürlich!
Für alle aber, die wieder unbeschwert und happy sein wollen, habe ich ein paar Tipps, die garantiert helfen gegen Liebeskummer.

1. Lenk dich ab!

Das klingt jetzt natürlich erst mal ganz un-spirituell. Haben wir nicht gelernt, dass wir unserer Trauer ins graue Gesicht schauen müssen? Dass wir „da durch“ müssen? Dass wir alles „aufarbeiten“ müssen? An uns „arbeiten“ müssen? Wäre natürlich absolut wahr, wenn dieser Liebeskummer etwas Reales wäre. Ist es aber nicht. Es ist nur ein Gefühl, das wir erschaffen haben und dass sich verdammt real anfühlt. Was meine ich damit? Ich geb dir ein Beispiel: eine meiner Klientinnen hatte furchtbaren Liebeskummer. Sie war überzeugt, dass sie nie wieder glücklich sein kann. Dann bekam sie Theaterkarten für eine Komödie geschenkt und wäre so gern gegangen. Sie liebt Komödien! Ich hab ihr geraten hinzugehen und sich zu amüsieren, auch wenn „man das nicht tut“, wenn man trauert. Sie folgte meinem Rat, ging hin und amüsierte sich prächtig! Am nächsten Tag rief sie mich an und sagte mir, dass sie etwas für immer verstanden hätte: Liebeskummer oder Trauer sind nicht real. Denn wie kann etwas echt sein, das für zwei Stunden durch Fröhlichkeit und Lachen ersetzt wird? Sie hatte begriffen, dass es eine Wahl ist, wie man sich fühlt. Also…lenk dich ab! Tu was immer dich fröhlich macht und zum Lachen bringt. Selbst wenn du nur für eine Stunde deinen Liebeskummer vergisst, hilft dir das, aus dieser Lähmung und Schwere herauszukommen. Erst für Momente, dann für Stunden, dann für immer.

2. Nimm die rosarote Brille ab!

Damit meine ich, schau hin, was tatsächlich ist! Wie viele von uns haben eine verklärte Erinnerung an unsere Ex-Liebesbeziehungen? Wenn eine Beziehung vergangen ist und wir sie gerne wieder haben wollen, dann neigen wir dazu, alles durch eine rosarote Brille zu sehen. Wir erinnern uns an all die schönen Momente, die zuckrigen Augenblicke, die Glückseligkeit, die wir empfunden haben. Wir haben die Tendenz, die bitteren Begebenheiten zu vergessen. All das, was einen schlechten Geschmack hinterlassen hat. All das, was uns verletzt hat. All die Dinge, die gesagt wurden und die niemals hätten gesagt werden sollen. Wir vergessen, dass wir uns benutzt gefühlt haben, herabgewürdigt, nicht gesehen. Und ehrlich…wenn eine Beziehung endet, dann hat das einen Grund. Wenn alles nur Friede, Freude, Eierkuchen gewesen wäre, dann würde die Beziehung noch bestehen und wir würden gemeinsam in den Sonnenuntergang reiten. Sei ehrlich zu dir. Das meine ich damit. Sieh die schönen Momente und sieh auch die schrecklichen. Und frag dich in einer stillen Stunde: will ich all das wirklich wieder haben? Oder will ich einfach nur nicht wahrhaben, dass etwas zu Ende gegangen ist? Ist der Mensch, dem ich nachtrauere, wirklich der mit dem ich zusammen sein will? Oder will ich nur mit dem Menschen zusammen sein, den ich mir in meiner Fantasie ausgemalt habe? Also… nimm die rosarote Brille ab und sieh, was wirklich ist! Und das gilt ebenso für den Menschen, den man unbedingt haben will und der einen nicht will! Wie viele Nachrichten sind unbeantwortet geblieben, wie viele Ausreden hast du gehört? Willst du nicht lieber jemanden, der dich wirklich will und das auch ganz deutlich zeigt?

3. Lass die Vergangenheit los!

Ein weiser Mensch hat einmal gesagt: „Vergangenheit ist nur die Erinnerung an etwas, verknüpft mit Emotionen“. Ich finde das sehr wahr. Stell dir vor, du würdest morgen aufwachen und hättest keine Erinnerung mehr. Wie würdest du dich fühlen? Wenn du dich an nichts von dem, was zu deinem Liebeskummer geführt hat erinnern würdest, würdest du nicht fröhlich aufwachen und dich auf den Tag freuen? Die meisten von uns allerdings werden nicht von plötzlichem Gedächtnisverlust überfallen und deswegen ist das ein eher theoretischer Ansatz. Und dennoch liegt ein großer Wert in dieser Vorstellung. Der Wert besteht darin, uns erkennen zu lassen, dass es unsere Gedanken und Erinnerungen sind, die uns weh tun und leiden lassen. Wenn ich also davon spreche, die Vergangenheit loszulassen, dann meine ich damit, wir können aufhören, über das Vergangene nachzugrübeln. Das ist eine bewusste Wahl, die jeden Tag neu getroffen werden will. Wir lernen aus dem, was gewesen ist und lassen los, was war. Wir lockern sozusagen unseren festen Griff um das Geschehene, um die Hände öffnen zu können. Mit diesen offenen Händen können wir die neuen Geschenke empfangen, die die Zukunft uns bringt.

4. Such dir Vorbilder!

Kennst du eine Beziehung, die wunderbar ist? Ein Paar, das du dir ansiehst und dir wünschst, du hättest auch so eine Beziehung? Wenn ja, dann schau dir an, was dir daran gefällt und wenn nein, dann fang an damit dich umzuschauen, bis du so eine Beziehung siehst. Die meisten Beziehungen, die wir kennen, sind solche, die wir nicht haben wollen. Partner, die sich streiten, nebeneinander her leben, sich gegenseitig verkehrt machen. Wir sagen dann zwar, dass wir sowas ganz sicher nicht wollen und dennoch wird das unser Modell für Beziehungen. Und das erste Beziehungsmodell erleben wir als Kinder, indem wir die Beziehung unserer Eltern beobachten. Wenn wir Glück haben, dann führen unsere Eltern eine glückliche, nährende Partnerschaft, aber meistens haben wir kein Glück. Diese Beziehungen also, die wir eigentlich gar nicht wollen, werden zu dem, was wir für normal halten, wenn zwei Menschen zusammen leben. Das geschieht ganz unbewusst und wird zu unserem Beziehungsprogramm, das wir unbewusst wiederholen. Das ist der Grund, weshalb so viele Menschen Beziehungen eingehen, die ihnen nicht gut tun. Sie funktionieren aufgrund eines Programms, dessen sie sich nicht bewusst sind. Ein Programm allerdings, das wir löschen können und durch ein neues ersetzen können, wenn wir uns dessen bewusst werden. Und deswegen schlage ich vor, du schaust die Beziehungen an, die wirklich schön sind und erlaubst dir, dich nach so einer Beziehung zu sehnen, sie dir zu wünschen, sie haben zu wollen. Mit nichts Geringerem gibst du dich zufrieden!

5. Stell dir deine Zukunft vor!

Ich weiß, du stellst dir die ganze Zeit etwas vor. Entweder träumst du von Dingen, die du glaubst nicht haben zu können, oder du befürchtest, dass etwas geschieht, das du ganz sicher nicht haben willst. Wir können gar nicht anders, als uns die ganze Zeit etwas vorzustellen. So funktioniert unser Verstand. Die meiste Zeit allerdings stellen wir uns unbewusst etwas vor. Der Trick ist, sich dessen bewusst zu sein und dann seine Vorstellung ganz zielgerichtet zu verändern. Stell dir vor, wie du dich fühlen würdest, wenn all deine Wünsche bereits erfüllt sind. Wenn dein Traumpartner da ist und ihr gemeinsam durchs Leben schreitet. Wenn die anderen über euch sprechen und euch für eure wunderbare Beziehung bewundern. Wenn deine „Freundinnen“ neidisch sind auf deine tolle Partnerschaft und auch gern so etwas hätten. Wie würdest du dich fühlen? Voller Freude? Im Frieden mit dir? Neugierig auf jeden neuen Tag? Das ist die Schwingung, zu der du werden kannst, wenn du dir das vorstellst. Und jede Schwingung, die wir repräsentieren, zieht Schwingungen an, die dazu passen. Wenn du also die Schwingung von Kummer und Sorgen bist, was ziehst du dann wohl an? Sorg also dafür, dass du so oft wie möglich voller Freude bist und sei gespannt, wie viel mehr Freude du damit in dein Leben ziehst!

Ich weiß, Liebeskummer ist eines der scheußlichsten Gefühle, die wir uns vorstellen können. Aber… es ist eben nur ein Gefühl und Gefühle haben die Eigenschaft, sich zu wandeln. Auch wenn du glaubst, du kommst nie wieder aus diesem tiefen Loch heraus. Irgendwann schaffst du es. Die Frage ist nur, wie schnell und wie leicht. Was wählst du? In diesem Zustand zu bleiben, bis dich irgendjemand da heraus holt oder die Sache selbst in die Hand zu nehmen und aktiv zu werden? Wenn du bereit bist, die Regie über dein Leben und dein Liebesleben zu führen, dann kann dich nichts aufhalten und dann wirst du Beziehungen in dein Leben holen, die wirklich funktionieren und dich noch glücklicher machen als du ohnehin schon bist!